Wenn es still wird, muss man sich Gedanken machen! #Kita_Talk

Willkommen zu unserer neuen Reihe #Kita_Talk. Die Themen sind mitten aus dem Kita-Alltag gegriffen:

  • Wie prägen unsere Erfahrungen unser Handeln im Alltag?
  • Wie läuft die Eingewöhnung der Kinder ab?
  • Wie baut man eine gute Partnerschaft mit den Eltern auf? …

Abgerundet werden die Fachgespräche immer wieder durch kleine Geschichten aus dem realen Kita-Alltag. Denn die besten Geschichten schreibt das Leben selbst!

 

oranger Balken

Im #Kita_Talk:

 

Kinder auf dem Motorrad_stepfolio_Blog

Die Kindergartenfreundinnen Theresa Lill (M.A. Frühpädagogik, inklusive Theaterpädagogik) und Carola Rittner (staatl. anerkannte Erzieherin, B.A. Sozialpädagogik) heckten schon früher gemeinsam Streiche aus und stellten damit ihre Kita auch schonmal auf den Kopf… Diese Zeit ist sicherlich nicht ganz unschuldig daran, dass beide beruflich dem Kita-Alltag treu geblieben sind.

oranger Balken

                                                                                                   

#Teil 1:  Wenn es still wird, muss man sich Gedanken machen!

 

Erst gestern haben zwei unserer Jungs mal wieder eine Aktion gebracht, bei der ich hin- und hergerissen war: Soll ich jetzt schimpfen, lachen oder gar weinen? Was passiert ist? Nunja, die beiden gingen Richtung Waschraum, um dort die Toilette zu nutzen. Es verging eine gewisse Zeit, doch die beiden kamen und kamen einfach nicht zurück. Und du kennst das ja: 

Carola Rittner_stepfolio_Blog
Carola Rittner (Kita-Leitung): „Wenn es still wird, muss man sich Gedanken machen!“

Wenn es still wird, muss man sich Gedanken machen!

Ich ging also nachsehen, was die beiden so trieben. Und tatsächlich! Ich lag richtig. Als ich die Tür zum Waschraum öffnete, blieb mir der Mund vor Schreck offenstehen! Das kannst du dir nicht vorstellen!!

Die beiden Jungs hatten die gesamten Wechselklamotten aller Kinder aus den jeweiligen Beuteln herausgesucht und ins Wachbecken geworfen…

Alle Klamotten waren durcheinander und pitschnass!

Das totale Chaos… und mittendrin die beiden Jungs, die mich begeistert und freudestrahlend ansahen.

Auch wenn ich mich im ersten Moment ärgerte, war ich innerlich so amüsiert, weil ich an unsere zahlreichen Dummheiten denken musste, die wir damals so ausheckten. Und dabei erinnere ich mich wahrscheinlich an die wenigsten davon.

 

Abtrennung OrangeDie eigene Kindergartenzeit in der Fröschegruppe liegt schon viele Jahre hinter einem, und doch sind mir einige Ereignisse immer noch lebhaft vor Augen, als ob sie erst gestern passiert wären.

Zurückblickend sind mir besonders drei Arten von Erlebnissen in Erinnerung geblieben:

Theresa Lill_stepfolio_Blog
Theresa Lill (Pädagogische Fachkraft): „Drei Arten von Erlebnissen bleiben im Gedächtnis.“

Die großen Projekte: Aufführungen am Sommerfest, Verabschiedung von Schulkindern, usw. – einfach solche Momente, in denen ich etwas Besonderes außer der Reihe machen durfte.

Momente der Grenzüberschreitung: Momente, in denen ich einfach so vertieft in eine neue und spannende Handlung war, dass ich gar nicht merkte, dass diese bei den Erziehern als unpassend oder unangebracht wahrgenommen wurde…

Und vor allem Momente, in denen ich zeigen konnte: Das kann ich! Und stolz darauf war.

Anlehnend an die Waschaktion der Jungs erinnere ich mich beispielsweise daran, dass Carola und ich es super spannend fanden, mit Flüssigseife zu experimentieren. Für uns war es eine richtig gute Idee, unsere trockenen Haare und auch unsere Kleidung vollkommen damit einzuschmieren. Das ist damals natürlich auf ähnliche Begeisterung seitens der Erzieher gestoßen. Und während mich so zurückerinnere, frage ich Carola, wie sie diese Erlebnisse nun als Leitung einer Kindertageseinrichtung in ihrer Arbeit prägen.Abtrennung Orange - Kopie

 

 

Es gibt 2 wichtige Grundsätze, die mich in meiner Arbeit leiten: 1. die Zeit und 2. die Freiheit der Kinder.

Für mich waren als Kind die Momente bedeutend, in denen ich gefühlt stundenlang Dinge erforschte und meinen Interessen folgte. Nervig war, wenn ich aus etwas herausgerissen wurde. Dafür hatte ich absolut kein Verständnis als Kind. Und ich glaube, so geht es auch heute immer noch jedem Kind.

Carola Rittner_stepfolio_Blog
„Es gibt 2 wichtige Grundsätze, die mich in meiner Arbeit leiten: 1. die Zeit und 2. die Freiheit der Kinder!“

Darum lege ich besonders großen Wert darauf, dass bei uns der Kita-Alltag nicht komplett durchgetaktet ist und nur in Projekteinheiten gedacht wird.

Mir ist das so wichtig, dass diese Freiheit der Kinder in unserem Konzept fest verankert ist. Alle Eltern, die ihre Kinder bei uns anmelden, wissen, dass wir NICHT mit durchgetakteten Tagesabläufen arbeiten, die einem aufzeigen, wann wir welche Kompetenzen fördern oder welchen Bildungsbereich abdecken. Selbstverständlich haben auch wir gewisse Rituale, die einen Rahmen bilden, jedoch soll die Hauptzeit dazu da sein, dass die Kinder spielen und ihren Interessen folgen können.

 

 

   Abtrennung OrangeVor dem Hintergrund, dass ich der Meinung bin, dass auf der Grundlage des Spielens die gesamte menschliche Erfahrungswelt aufbaut, kann ich diesen Ansatz vollkommen mitgehen.

Theresa Lill_stepfolio_Blog
„Das Spiel ist wertvoll“

Das Spiel ist wertvoll!

Im Spiel erweitert das Kind stetig seine Kompetenzen und dies in sämtlichen Dimensionen.

Doch wie stellt Carola eigentlich sicher, dass sie ihrem Bildungsauftrag auch gerecht wird? Schließlich gibt es umfassende Bildungsrichtlinien, die einem auch einen gewissen Handlungsrahmen vorgeben. Kann man sich da auf das „bloße Spiel“ verlassen?Abtrennung Orange - Kopie

 

 

 

Wie schon gesagt:

Im Zentrum des pädagogischen Handelns stehen die Interessen der Kinder.

Carola Rittner_stepfolio_Blog
Carola Rittner (Kita-Leitung): „Im Zentrum des pädagogischen Handelns stehen die Interessen der Kinder.“

Diese kann man immer wunderbar aufgreifen, um neue Impulse zu setzen. Eines unserer Kindergartenkinder wunderte sich neulich über die Löcher in unseremSichtbeton. Es fragte sich, woher diese kommen. Diese Frage griffen wir auf und zeigten den Kindern, mit Gips zu basteln. So konnten sie das Material, dessen Verhalten, aber auch Funktionsweise erfahren.

Natürlich kann man auch andere Wege gehen. Man muss die Dinge nicht immer gezielt erarbeiten. Genauso kann man den Kindern einfach einmal Material geben und sehen was passiert. Es klingt total banal, aber vor allem unsere Krippenkinder finden Toilettenpapier hochspannend. Da gibst du einfach mal ein paar Rollen in den Raum und beobachtest, was sie damit machen.

Insgesamt glaube ich, dass das pädagogische Handeln immer von einer Kombination aus der aufmerksamen Beobachtung der Kinder und dem Wissen über wichtige Entwicklungsschritte geprägt sein sollte.

 

 

Abtrennung OrangeIch versuche mir das im Alltag vorzustellen und muss gestehen, dass ich mir das recht anspruchsvoll vorstelle. Es scheint mir eine enorme Herausforderung zu sein, jedes einzelne Kind jederzeit so genau im Blick zu haben, Interessen herauszuarbeiten und daraus einen Impuls abzuleiten, den man bspw. als Projekt in die Gruppe geben kann.Abtrennung Orange - Kopie

 

 

Man muss und kann nicht jedes Mal das Rad neu erfinden.

Da darf man sich auch nichts vormachen. Aber es gibt Themen, die gehen einfach immer. Auch wenn es keinen konkreten Anlass gibt, bedeutet das ja nicht, dass ein Angebot, das „aus dem Nichts“ kommt, nicht auch eine große Wirkung bei den Kindern erzielen kann.

 

 

Herzliche_Grüße_Theresa_Lill.jpg

 

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