Tipps für eine qualitätsvolle Portfolioarbeit

Interaktion zwischen pädagogischer Fachkraft und Kind im Portfolio erlebbar machen

Das perfekte Portfolio gestalten! Was für tolle Möglichkeiten es hierfür gibt, zeige ich Ihnen heute. Dabei geht es nicht um optische Verschönerungen wie Sticker, bunte Farben und Glitzer, sondern um die Gestaltung von qualitativ hochwertigen Portfolios. Portfolios, die wirklich einen Mehrwert für das Kind, aber auch für die pädagogische Fachkraft besitzen.

Zu Beginn möchte ich festhalten, dass die Portfolioarbeit nicht nur als ein alleinstehender Aspekt wahrgenommen werden soll. Sie ist keine reine, distanzierte Dokumentationsarbeit. Vielmehr bietet die Portfolioarbeit die wunderbare Möglichkeit für die pädagogische Fachkraft, mit dem Kind gemeinsam zu arbeiten und direkt mit ihm in die Interaktion zu treten. Diese Interaktion ist Ausdruck von pädagogischer Qualität.

Was es zu beachten gilt: Kein Kind gleicht dem anderen. Jedes Kind hat ganz eigene Lernstrategien und beschreitet einen individuellen Entwicklungsweg. Die Entwicklung der Kinder zeigt sich auf vielfältige Art und Weise. Und dieser Vielfalt kann man mit dem Portfolio gerecht werden. Als offene Entwicklungsdokumentation werden Interessen, Stärken und bedeutsame Entwicklungsschritte der Kinder dokumentiert. Fachkräfte sowie Kinder kommen hierbei gleichermaßen zu Wort.

 

Diese Möglichkeiten der Portfolioarbeit gibt es

Und so vielfältig, wie die Entwicklung der Kinder ist, so vielfältig sollten auch die Methoden sein, mit denen diese Entwicklung festgehalten wird. Am besten überlegt man sich einfach mal, auf welche Art und Weise die Kinder sich ausdrücken: Kinder malen, kritzeln, ahmen Schrift nach oder schreiben die ersten Buchstaben. Sie spielen stundenlang vertieft mit den Bausteinen, sie untersuchen im Garten jeden einzelnen Grashalm. Sie reden ununterbrochen und erfinden die spannendsten Geschichten. Sie hüpfen auf einem Bein, steigen Treppenstufen und klettern auf ein Klettergerüst. Sie suchen den Kontakt zu anderen Kindern oder spielen am liebsten für sich allein.

Man merkt schnell, dass die Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder unendlich sind. Und dem soll man in einem Portfolio gerecht werden? Das klingt zunächst einmal nach einer großen und vor allem zeitintensiven Herausforderung! Also stellt man sich am besten gleich die nächste Frage:

 

das_perfekte_medium_für_mein_portfolio

 

Diese verschiedenen Ansätze gilt es natürlich alle unter einem Hut zu bringen. Und das ist auch der Grund, warum wir stepfolio entwickelt haben.

Mit stepfolio kann man direkt mit der Tablet-App Fotos aufnehmen, die Sprache aufzeichnen und Bewegungen per Video festhalten. Dazu kommt die Möglichkeit Texte zu verfassen. Und natürlich sind die Portfolioeinträge jederzeit ausdruckbar, da sie ja immer griffbereit für das Kind im Ordner sein sollen – neben seinen selbst gemalten Bildern und gesammelten Werken.

 
stepfolio - Das Portfolio, Sprachportfolio, Videoportfolio, alltagsintegrierte Entwicklungsdokumentation

Wie sieht nun die Interaktion zwischen Fachkraft und Kind bei der Portfolioarbeit aus?

Ich erinnere mich an eine Situation in der Kita zurück, bei der Max und Johann „ein Experiment“ machten. Die beiden waren in einer Phase, in der sie als Forscher allen Dingen auf den Grund gehen wollten – und wehe jemand störte sie bei ihren hochwissenschaftlichen Experimenten! Eines Vormittags waren die beiden mal wieder in eines ihrer Experimente vertieft: Wie viele Kuscheltiere und Kissen können sie aufeinanderstapeln, um einen möglichst hohen Turm zu bauen? Und ja, es mussten diesmal Kuscheltiere und Kissen sein, denn die Bauklötze waren den beiden mittlerweile schon zu langweilig geworden. Gerade die Instabilität der Gegenstände, die unebenen Flächen, fanden sie interessant. Man konnte genau beobachten, wie die beiden verschiedene Strategien anwandten.
Im ersten Schritt versuchten sie, wie sie es von den Bausteinen kannten, einen Gegenstand über den anderen zu legen, um möglichst schnell an Höhe zu gewinnen. Dieser Turm brach aber schon in den ersten Stockwerken immer wieder zusammen. Nach einiger Zeit fanden sie heraus, dass sie eine breitere Basis brauchten. Und so bauten sie nach und nach eine kuschelweiche Pyramide. Auf das Ergegbnis waren beide natürlich mächtig stolz.

Was kann man an dieser Situation für das Portfolio festhalten? Ganz einfach: Während die beiden ihre Pyramide erschufen, fotografierte ich sie und ihre Zwischenergebnisse. Ich hielt dabei die Interaktion zwischen den beiden fest. Und sie nahmen mich in ihrem Treiben gar nicht wahr.

Kaum waren sie fertig und hatten die erste Freude über den Turmbau lauthals kundgetan, wollten sie gleich ganz begeistert die Fotos von ihrem Schaffen anschauen. Dabei fiel den beiden direkt auf, dass es ja gar kein schönes Bild mit der fertigen Pyramide gab. Also nahmen die beiden erstmal selbst das Tablet in die Hand, um ihr Werk zu fotografieren. So richtig von allen Seiten, damit auch ja nichts ungesehen bleibt. Aber damit war es noch nicht gut. Die beiden waren so stolz auf ihren Turmbau, dass sie auch gleich erzählten, was sie alles ausprobiert haben, um den hohen Turm zu bauen. Dadurch reflektierten die Jungs nochmals ihre eigenen Handlungen und verstärkten ihre Erkenntnis.

 

das_perfekte_portfolio_jungs

 

Zusammen mit ihnen habe ich ihre Erklärungen in einem Text festgehalten. Dabei haben sie ganz besonderen Wert daraufgelegt, dass die Pyramide „echt voll arg groß“ war.  Im Anschluss habe ich ihnen den Text noch einmal vorgelesen und sie haben genauestens darauf geachtet, dass die wahre Größe der Pyramide auch wirklich richtig beschrieben war. Das Portfolio haben wir direkt ausgedruckt und in ihre Ordner geheftet. Nach diesem Schritt war es auch in Ordnung, die Pyramide wieder abzubauen, schließlich konnten sie durch die Portfolioeinträge allen beweisen, wie hoch die Pyramide wirklich gewesen war. So waren die beiden zufrieden und die anderen Kinder waren froh, dass sie nun die Kissen und Tiere wieder selbst zum Spielen nutzen konnten.

Ich finde, diese beispielhafte Situation, wie sie wohl in jeder Kita in ähnlicher Weise tagtäglich vorkommt, zeigt, wie einfach und wie schön man die Handlungen der Kinder als Anlass zu einer Interaktion nehmen kann. Die Kinder bieten jeden Tag aufs Neue wahnsinnig viele Möglichkeiten, mit ihnen in Interaktion zu treten. Die Portfolioarbeit ist dabei besonders schön, da man mit den Kindern nicht nur gemeinsam über Dinge spricht oder etwas erzeugt, sondern auch gleich mit ihnen reflektiert. Man zeigt den Kindern durch die Einträge, dass das, was sie tun bedeutsam ist. Ihre eigenen Handlungen sind es wert, dass man sie festhält. So kann das Kind an Selbstvertrauen gewinnen. Es weiß, dass es gesehen wird und seine Handlung Wertschätzung erfahren. Und dies gibt dem Kind wiederum Mut, neue Dinge auszuprobieren und neue Schritte auf dem Weg seiner individuellen Entwicklung zu gehen.

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