Erfolgreiche Teams sind bunt – ein Gastbeitrag von Lena Schröder-Dönges

Der dritte Beitrag zu unserem Mai-Thema „Netzwerken“ kommt von Lena Schröder-Dönges von Impulsstark. Frau Schröder-Dönges ist systemischer Coach, Trainerin und Mediatorin. In ihrem Beitrag beschreibt sie, dass auch die Erbsenzähler und Querdenker wichtig sind, denn erfolgreiche Teams sind bunt.

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Es gibt Wörter, die kann schon keiner mehr hören, noch bevor jeder weiß, was sie wirklich bedeuten. Gemeint ist in diesem Fall das Wort „Team“.

Um es vorwegzunehmen:

Kein-Team-nur-Gruppe-Lena-Schröder-Dönges-stepfolioBlog

Wenn es darum geht, ein gemeinsames Ziel zu erreichen oder Herausforderungen zu meistern, ist ein „echtes“ Team unschlagbar. In der Kita spielt es die Stärken aller Teammitglieder voll aus, um allen Kindern optimale Entwicklungschancen zu ermöglichen.

In Gruppen verteilt die Führungskraft portionsweise immer wieder Aufgaben, die von den Mitarbeitern einzeln und nebeneinander erledigt werden. Das Zusammenspiel der Aufgaben wird von den Mitarbeitern nicht unbedingt hinterfragt.

Die Mitglieder in einem Team haben hingegen ein gemeinsames Ziel und arbeiten miteinander.

In Teams nimmt die Führungskraft eine neue Rolle ein. Ihre Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit so zu organisieren, dass sich die einzelnen Teammitglieder entfalten und optimal ergänzen können – für einen höheren Qualitätsstandard, weniger Konflikte und mehr Zukunftsfähigkeit

Nicht nebeneinander, sondern miteinander!

Die Leitung tritt dabei in den Hintergrund und übernimmt die Rolle eines Coaches. Dies verlangt von den Teammitgliedern allerdings eine höhere Kompetenz zur Selbstverantwortung.

Damit die einzelnen Teammitglieder selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten können, ist es wichtig, dass das gemeinsame Ziel, die Bildung der Kinder, stets präsent ist.

Ein Einrichtungskonzept, dass von allen Mitarbeitern getragen wird, ist daher grundlegende Voraussetzung, dass echte Teamarbeit gelingen kann.

Negative und positive Aspekte bewusstmachen

Teamarbeit verlangt eine höhere Identifikation, Offenheit, Flexibilität, ein gutes Kommunikationsgeschick, Veränderungsbereitschaft und die Fähigkeit zur Differenzierung sowie zur kritischen Selbstreflektion.

Mit der Haltung „Das haben wir schon immer so gemacht“ werden Projekte zu Grabe getragen. Mit dem Bewusstsein, dass jeder Mitarbeiter Schwächen und Stärken hat, und dies auch so kommuniziert wird, erwächst eine Wertschätzungskultur.

Ein Team lässt sich nicht von Reibereien ausbremsen, sondern löst sie konstruktiv und auf Augenhöhe.

Dabei ist allen bewusst, dass der Erbsenzähler, der Idealist und auch der Querdenker wichtig sind für das Team und dass Reibereien eine Chance sind, um Optimierungspotenzial zu entdecken oder auf neue Ideen zu kommen.

Lena Schröder-Dönges Impulsstark.png

Heterogene Teams machen größere Fortschritte

Stört es wirklich den Gesamtablauf, dass Mitarbeiter A mal ein Schwätzchen hält? Oder irritiert es nur das persönliche Wertesystem von Mitarbeiterin B, die eher sachorientiert ist? Auf der Positivseite steht: Mitarbeiter A organisiert nebenher noch die Weihnachtsfeier und hält das Team zusammen. Mitarbeiterin B macht Vorschläge, um Prozesse noch weiter zu optimieren.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass ein Team, das heterogen ist, mehr Potenzial besitzt als ein Team, das eher homogen aufgestellt ist.

Noch bessere Argumente bringen hier nicht weiter

Umso unterschiedlicher die einzelnen Teammitglieder sind, umso wichtiger ist eine bewusste Kommunikation.

Eine Aussage ist nicht einfach eine Aussage, sondern eine Botschaft auf vielen Ebenen.

Nach dem Modell der themenzentrierten Interaktion (TZI) finden Interaktionen in Teams oder Gruppen immer auf vier Ebenen statt: Der Sach-, Ich-, Wir- und Global-Ebene.

Sach-Ebene

Diese Ebene umfasst unter anderem die Arbeitsaufgabe, alle Informationen, inhaltliche Verständnisprobleme, unterschiedliche Meinungen sowie Ideen und Vorschläge

Ich-Ebene

Hier kommt die Persönlichkeit, die aktuelle Stimmung oder die Vorerfahrung jedes einzelnen Teammitglieds zum Ausdruck.

Wir-Ebene

Auf dieser Ebene entstehen Spannungen und Stimmungen aus der Gruppe oder dem Team heraus.

Global-Ebene

Der organisatorische, wirtschaftliche oder kulturelle Rahmen beeinflusst die Zusammenarbeit der Gruppe – und umgekehrt.

Noch einmal zurück zu Mitarbeiterin B, die eher sachorientiert denkt und handelt. Sie verliert in einem Team schnell die Ich-Ebene und die Wir-Ebene aus dem Blick. Ein Mitarbeiter, der hingegen derzeitig viel mit privaten Problemen kämpft, neigt eher dazu, die Sach-Ebene zu verlassen und sich auf die Ich-Ebene und Wir-Ebene zu konzentrieren.

Praxis-Tipp:

Führungskräfte sollten diese vier Ebenen stets im Auge behalten. Noch bessere Argumente helfen nämlich nicht, wenn sich zwei Personen nicht grün sind oder einzelne Mitarbeiter ihren privaten Frust mit ins Team tragen. Solche Störquellen gilt es wahrzunehmen, zu klären oder zu vertagen, um sich gemeinsam und konstruktiv weiter mit dem Thema zu befassen.

Der-Team-Selbstcheck-Schröder-Dönges-stepfolioBlog

 

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Haben Sie Fragen an Lena Schröder-Dönges oder Interesse an einem ihrer Coachings? Dann schreiben Sie Ihr eine E-Mail: schroeder-doenges@impulsstark.de oder rufen Sie an unter: 0228 446 4152.

Mit diesem Beitrag von Lena Schröder-Dönges schließt die Reihe zum Thema „Netzwerken“. Im Juni geht es mit Marte Meo weiter.

 

 
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2 Gedanken zu „Erfolgreiche Teams sind bunt – ein Gastbeitrag von Lena Schröder-Dönges

  1. Guten Tag ! Ich arbeite als Kinderpflegerin seir 30 Jahren in meinem Beruf . Ich finde eure Tips sehr gut . Ich arbeite in einem Team mit Kindern im Alter von 3- 6 Jahren . Die Teambesprechung der Erzieherinnen findet während der Dienstzeit statt. Die Kinderpflegerinnen weden von der Besprechung schriftlich und teilweise mündlich unterrichtet. Für mich währe die Teilnahme aller Teammitglieder wichtig . Wie sehen Sie diese Situation ? Über eine Antwort würde ich mich freuen . Mit freundlichen Grüßen Bettina Sack

    1. Liebe Frau Sack,

      wenn ich Ihre Beschreibung richtig interpretiere, werden in Ihrer Einrichtung die Besprechungen von den Erzieherinnen durchgeführt, während die Kinderpflegerinnen bei den Kindern bleiben?
      Grundsätzlich sollten meiner Meinung bei Teambesprechungen immer alle Teammitglieder anwesend sein. Selbstverständlich gibt es immer Situationen, in denen dies nicht realisierbar ist. Aber diese sollten die Ausnahme sein und nicht von Vornherein organisiert.
      In Ihrer Einrichtung gestalten Sie alle jeden Tag aufs Neue den Alltag der Kindern. Sie alle kenne die Kinder und deren Verhalten in den verschiedenen Situationen. Sie kennen die kleinen – und manchmal auch großen – Stolpersteine des Alltags. Und sicherlich haben Sie alle auch viele Ideen. Warum sollte also ein Teil des Teams von Besprechungen fernbleiben, die doch alle betreffen? In einem Team ist die Perspektive jeder Person wichtig. Egal ob Probleme besprochen, Situationen analysiert oder Entscheidungen gefällt werden. Schließlich müssen auch die Konsequenzen der Besprechungen von Ihnen allen gleichermaßen getragen werden, wenn Sie erfolgreich arbeiten möchten.
      Was müsste nun passieren, damit wirklich das ganze Team zu Wort kommt? In den meisten Einrichtungen, die ich in den vergangenen Jahren begleitet habe,  finden Teambesprechungen am Rande der Schließzeiten statt, sodass alle Teammitglieder teilnehmen können. Ich weiß jedoch auch, dass Besprechungszeiten nicht „mal eben“ umgelegt werden. Aber ich habe für Sie einen Vorschlag für einen ersten Schritt in Richtung Team: Bitten Sie Ihre Kollegen doch einmal darum, Ihnen allen vorab mitzuteilen, welche Themen in den Besprechungen diskutiert werden. So bekommen Sie die Möglichkeit, sich Gedanken zu machen und können Ihre Meinung vor den Besprechungen platzieren. So können Sie zumindest indirekt Einfluss nehmen, indem auch Ihre Meinung mit einfließt. Und wer weiß – möglicherweise zeigt sich mit der Zeit ganz von selbst, wie wichtig und inspirierend auch Ihre Gedanken sind, sodass die Teamsitzungen neu organisiert werden, dass auch wirklich das ganze Team teilnehmen kann.

      Herzliche Grüße
      Theresa Lill

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