Bildung ist die Zukunft unseres Landes

Die Zukunft unseres Landes liegt in der Bildung

„Ich behaupte, dass Bildung die Zukunftsfrage unseres Landes ist, weil wir gar nichts anderes haben als Rohstoff als die Bildung unserer Kinder“, so Frau Dr. Ilse Wehrmann (Vortrag ergovia Fachtag Kita)

Frau Dr. Ilse Wehrmann unterstreicht die enorme Bedeutung, die der Bildungsfrage schon im frühkindlichen Bereich zukommen muss. Als Sachverständige für Frühpädagogik hat sie großen Einblick in das Thema Bildung in Kindertageseinrichtungen und sieht es als unerlässlich an, in die Bildung der Kinder zu investieren.

Doch was versteht man in diesem Zusammenhang unter Bildung?

„Bildung soll gut ausgebildete Fachkräfte für den Arbeitsmarkt bereitstellen und unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig halten. […] Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und findet daher überwiegend in öffentlichen Einrichtungen statt.“ (Bundeszentrale für politische Bildung)

Als Ausgangspunkt gilt Wilhelm von Humboldts Definition von Bildung. Auch er stellte den Bildungsbegriff schon vor über 200 Jahren in ein Verhältnis zur Bildungspolitik. Seiner Auffassung nach ist Bildung ein inneres Bedürfnis des Menschen, welches nur geweckt werden müsse. Bildung zielt auf die Vervollkommnung der Persönlichkeit und das Erlangen von Individualität ab. Dabei wird aber heutzutage davon ausgegangen, dass Bildung an sich nie abgeschlossen ist. Bildung ist ein stetiger Prozess: Der Mensch nimmt sich und seine Umwelt immer wieder neu wahr und revidiert seine Aussagen und Überlegungen von Geburt an bis zum Ende seines Lebens.

Und was bedeutet frühkindliche Bildung?

Noch relativ neu ist der Ansatz, auch die ersten Lebensjahre des Kindes als bedeutsam für dessen Bildung anzuerkennen. Konkret wurden die ersten Bildungspläne 2004 veröffentlicht. Hierfür spielten u.a. das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler bei internationalen Tests eine Rolle. Diskussionen in Politik, Medien und Wissenschaft zeigten auf, dass der Grundstein der Bildung schon vor dem Schuleintritt gelegt wird. In dieser Einsicht steckt einer der Impulse, die zur Aufwertung der der frühkindlichen Bildung führten.

Gerade die frühe Kindheit ist prägend für die weitere Entwicklung eines Individuums, denn in den ersten Lebensjahren wird die Grundlage für alle weiteren Entwicklungsschritte geschaffen (Warwick Mansell). In diesem Zeitraum spielen vor allem auch die Bezugspersonen des Kindes eine wichtige Rolle. Zusätzlich brauchen Kinder einen sicheren Rahmen, um sich ausprobieren zu können.

Zunächst einmal ist alles für die Kinder unbekannt und neu. Sie untersuchen ihre Umgebung, alle Gegenstände und unbekannten Phänomene. Sie lernen ihre Umwelt kennen, indem sie sich an den Erwachsenen und Gleichaltrigen orientieren. Wie reagiert das Gegenüber auf mein Verhalten? Wann werde ich geschimpft oder gelobt? Welche Verhaltensweisen zeigen welche Wirkung? All diese frühkindlichen Erfahrungen werden bewusst sowie unbewusst wahrgenommen und abgespeichert und auch noch im Erwachsenenalter immer wieder aufgerufen.

Unterschiede je nach Bundesland

Bekannt ist, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland sehr unterschiedlich gestaltet. So gibt es auch in der frühkindlichen Bildung deutliche Unterschiede, was den Bildungsanspruch angeht. Diese Diversität ist darauf zurückzuführen, dass Bildung Ländersache ist. So hat jedes Bundesland seine eigenen Vorgaben: Vom „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“ über das „Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege“ bis hin zum „Rahmenplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich: Frühkindliche Bildung in Bremen“. Allein in den Bezeichnungen klingen Unterschiede an, die in den Ausführungen noch deutlicher wiederzufinden sind.

Eine diesjährige Studie der Bertelsmann Stiftung zu Bildungsqualität innerhalb Deutschlands ergibt, dass im Schnitt gesehen die Qualität der Bildung in deutschen Krippen und Kindergärten steigt. Jedoch sind auch hier deutliche länderspezifische Unterschiede zu erkennen: Baden-Württemberg führt im Kindergartenbereich die Liste an mit einem Personalschlüssel von 1 Betreuer zu 7,3 Kindern, während Mecklenburg-Vorpommern mit 1 zu 14,1 das Schlusslicht bildet. Auch bei den unter Dreijährigen ist Baden-Württemberg der Vorreiter mit 1 zu 3,0 (Sachsen liegt mit 1 zu 6,4 auf dem letzten Platz). Innerhalb der letzten 3 Jahre haben die größte Entwicklung Sachsen-Anhalt und Hamburg durchlaufen.

Anerkennung pädagogischer Abschlüsse

Doch wie kann man eine länderübergreifende pädagogische Qualität gewährleisten? Welche Möglichkeiten gibt es neben bundesweit gesteuerten Rahmenbedingungen und Vorgaben für die frühkindliche Bildung? Frau Dr. Wehrmann sprach in ihrem Vortrag beim Fachtag Kita an, dass hier dringend auch ein neuer Rahmenlehrplan für die Erzieherausbildung vonnöten sei. Ebenso wie die Entwicklung eines neuen Berufsprofils durch Bachelor- und Masterstudiengänge der Kindheitspädagogik. Denn auch hier geht das Ausbildungsniveau zum Teil sehr stark auseinander.

In diesem Zusammenhang hat mich in den letzten Tagen eine Nachricht ganz besonders gefreut: In diesem Monat begann ein neuer Masterstudiengang „Frühkindliche Bildungsforschung“ der Uni und der Fachhochschule Potsdam. Die Leiterin des neuen Studiengangs Prof. Dr. Frauke Hildebrandt: „Qualifiziertes Personal ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität einer gesamten Einrichtung“.

Und gerade der Qualitätsaspekt in Kindertageseinrichtungen ist das A und O, um wirklich Bildung voranzutreiben. Was es genau mit Qualität in der Kita auf sich hat, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

Herzliche_Grüße_Theresa_Lill.jpg

 

youtube_stepfolio_blog

Twitter-stepfolio

pinterest_stepfolio_blog

Facebook_button

 

 

 

 

 

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.